Als POLIS Stipendiatin auf der Danube Winter School: Katharina Lenz berichtet

Die Donau verbindet. Junge Forscher lernen und diskutieren Themen rund um den Donauraum

von Katharina Lenz

Die Danube Winter School brachte vom 16.03. bis 21.03.2016 junge Forscher aus 12 Ländern der Donauregion zusammen. Im Rahmen meiner Masterarbeit habe auch ich an dem interdisziplinären Programm in Novi Sad and Andrevlje, Serbien, teilgenommen. Ermöglicht wurde dies auch dank der finanziellen Unterstützung von POLIS. Die Teilnahme an der Danube Winter School war eine großartige Erfahrung und die vielen positiven Eindrücke, Gespräche und Aktivitäten werden für die Fertigstellung meiner Masterarbeit sehr hilfreich sein. Ich möchte im Folgenden daher einige dieser Momente herausgreifen und ihre Bedeutung für die Donauraumstrategie der Europäischen Union (EUSDR) erläutern.

Die Europäische Union (EU) und im Besonderen die Donauregion sind von einer starken Differenzierung und Heterogenität gekennzeichnet. Große Unterschiede sind beispielsweise beim sozialen und ökonomischen Entwicklungsniveau der Mitgliedstaaten, aber auch der Drittstaaten Europas zu sehen. Einen Ansatz, diesen Herausforderungen zu begegnen, stellen die makroregionalen Strategien der EU dar. Makroregionale Strategien wollen diesen Problematiken der verstärkten Differenzierung durch transnationale Zusammenarbeit in Feldern wie Politik und Wirtschaft entgegenwirken. Als zweite makroregionale Strategie wurde die EU-Strategie für den Donauraum ins Leben gerufen, welche durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit eine bessere Koordination der relevanten Akteure, Programme und Aktivitäten auserwählter Themenbereiche fördern soll. Die transnationale Zusammenarbeit findet projektbasiert auf verschiedenen politischen Ebenen statt. Der aktive Wille zur Kooperation, Kommunikation und einer guten und tiefgreifenden Koordinierung sind wichtige Kriterien für den Erfolg der Strategie, um Herausforderungen, wie dem differenzierten sozio-ökonomischen Entwicklungsniveau, begegnen zu können.

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Auf politischer Ebene werden die mangelnde Kooperation zwischen den Staaten der Donauregion und der träge Fortgang der Donauraumstrategie bemängelt. Die Danube Winter School, welche in verschiedenen Workshops und Vorträgen die Herausforderungen sowie Chancen im Donauraum behandelt, stellt dahingehend eine erfolgsversprechende Initiative dar. Organisiert wird die Danube Winter School von einer gemeinnützigen Organisation junger Wissenschaftler aus Serbien, des Danube Area Research Centers, kurz DAReC. Da es sich bei der Danube Winter School um ein interdisziplinäres und interkulturelles Studienprogramm handelt, werde ich drei unterschiedliche Themenbereiche herausgreifen, welche das Kooperationsdilemma im Donauraum meiner Meinung nach treffend aufzeigen. Schließlich ist es ein Ziel der EUSDR, durch Zusammenarbeit in Projekten den Donauraum voranzubringen. Diese, oftmals fehlende, Zusammenarbeit und Kooperation, wird besonders deutlich in den Projektbeschreibungen der Vortragenden und lässt sich nicht aus den Berichten und Dokumenten der Europäischen Union entnehmen. So wird zum Beispiel klar, wie wichtig der Austausch mit den Akteuren der Donauregion ist.

Beim Besuch der Fakultät für technische Wissenschaften der Universität Novi Sad, wurden die Abwassereinleitung in die Donau sowie deren Wasserqualität in Serbien erläutert. Hierbei wurde klar, dass es in vielen Teilen des Donaubeckens kein Abwassermanagement gibt und Schwermetalle, wie Blei und Eisen direkt in die Donau geleitet werden. Zudem liegen keine Beschränkungen für Chemikalien oder chemische Elemente, wie Phosphor in den Gewässern vor. Wenn Fabriken diese mit ihren Abwässern ableiten, können sie auch in Oberflächengewässer gelangen und ernstzunehmende gesundheitliche und umwelttechnische Auswirkungen haben. Dies ist besonders bedenklich, da die Donau im Sommer auch zum Schwimmen genutzt wird. Hinsichtlich der Oberflächengewässer und des Abwassers existieren weder national noch grenzüberschreitende Stichprobenuntersuchungen. Die Messungen werden lediglich regional durchgeführt und dokumentiert. Somit haben andere Akteure des Abwassermanagements der Donau keinen Zugriff auf diese Daten. Eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Form einer einheitlichen Datenbank der Abwasseruntersuchungen wäre jedoch äußerst sinnvoll, um die Verschmutzung der Donau zu verringern und die Wasserqualität zu erhalten. Die Donauraumstrategie könnte dieser Problematik mit Projekten in der gesamten Region begegnen.

Das Jahr 2016 wurde in Serbien zum ‚Jahr des Unternehmertums‘ (Year of Entrepreneurship) erklärt. Vor diesem Hintergrund hielt Marija Prokopić von der Nichtregierungsorganisation Biznisnova einen interessanten Vortrag zum Unternehmertum von Frauen in der Donauregion. In Serbien besitzen unterdurchschnittlich wenige Frauen eigene Geschäftseinheiten. Die von Frauen vorwiegend geleiteten Kleinstunternehmen konzentrieren sich hierbei auf den lokalen Markt und das Einstiegsalter für Unternehmerinnen liegt bei 42 Jahren. Frauen starten ihre Unternehmen demnach aus wirtschaftlicher Notwendigkeit, wobei sie auch stark von der Unterstützung durch die Familie abhängig sind. Auch hier zeigt sich die Notwendigkeit zur projektbasierten Zusammenarbeit in der Donauregion. Durch einen größeren Austausch im Bereich informeller Bildung unter den Donaustaaten, kann das Unternehmertum von Frauen, welches einen wichtigen Faktor des wirtschaftlichen Wachstums darstellt, gefördert werden.

Eine große Herausforderung des Donauraums stellt die Migration beziehungsweise die Fachkräfteabwanderung (Brain Drain) dar. In seinem Vortrag ging Prof. Dr. Savić von der Universität Novi Sad auch auf die demographischen Strukturen des Donauraums und das Problem der geringen Bevölkerungsdichte in vielen Staaten der Region ein. Das Problem der Regionalentwicklung zeigt sich vor allem in den mittel- und osteuropäischen Staaten der Donauregion, wo eine hohe Bevölkerungskonzentration auf die Städte vorliegt. Ziel der Donauraumstrategie ist es daher auch den Aufbau zivilgesellschaftlicher und eigenständiger Entwicklungen zu fördern, auch wenn dies im Zwiespalt von wirtschaftlichen und politischen Interessen reicherer Donauländer steht. Mein Eindruck ist allerdings, dass das Problem der Fachkräfteabwanderung grenzübergreifend kaum angegangen wird.

Die Beispiele zeigen, dass im gesamten Donauraum eine bessere Koordination der Akteure und eine tiefere Kooperation zwischen den Staaten der Donauregion dringend notwendig sind, um den Herausforderungen, wie dem differenzierten sozio-ökonomischen Entwicklungsniveau, begegnen zu können. Natürlich stellt sich auch die Frage, inwiefern die EU-Strategie für den Donauraum überhaupt diesen Problemen gerecht werden kann. Im Gespräch mit Projektverantwortlichen bei der Danube Winter School wurde jedoch klar, dass es bereits einige erfolgsversprechende Initiativen in Form von transnationalen Projekten in der EUSDR existieren. Diese befassen sich beispielsweise mit institutionalisierten Wissenssystemen, welche den Austausch von Experten und Forschern fördern.

Für mich war es eine großartige Erfahrung mit anderen jungen Forschenden aus den verschiedensten Schwerpunkten des Donauraums zusammenzukommen und zu diskutieren. Gerade die Gespräche mit Projektverantwortlichen werden für die Fertigstellung meiner Masterarbeit sehr hilfreich sein, da sie die Notwendigkeit der Kooperation messbar machen. Durch die Ausarbeitung eines gemeinsamen Projektes, welches wir auch in die Donauraumstrategie einbringen wollen, werden wir uns auch in Zukunft mit der Donauregion und deren Herausforderungen befassen. Ich freue mich bereits auf die Danube Summer School 2016 – vielleicht trifft man sich ja dann Ende September in Ulm!

Exkursion in die Bonner Republik: Retrospektiven

POLIS bietet im Sommersemester ein echtes Highlight an: Die POLIS-Exkursion in die ehemalige Hauptstadt bietet einen Einblick in die Bonner Republik und führt Euch zu
geschichtsträchtigen Originalschauplätzen dieser Zeit. Eine schnelle Anmeldung lohnt sich, da die TeilnehmerInnenzahl begrenzt ist.

Plakat BONN

Weitere Infos zum Programm:

Dokumentationsstätte Regierungsbunker: eines der größten Geheimnisse der Bonner Republik und ein echtes Relikt des Kalten Kriegs, link

Politische Stadtführung: Thema nach Verfügbarkeit und nach Absprache mit den TeilnehmerInnen, bspw. “ehemaliges Regierungsviertel”, “Wege zur Demokratie” oder “Spionage in der Bonner Republik”

Abends: zur freien Verfügung, Bonn bietet eine lebendige Kneipenszene

Kanzlerbungalow: Gebäude mit ultimativem Retro-Charme, link

Haus der Geschichte: Wohl eines der besten Museen zum Thema deutsche Nachkriegsgeschichte, link

Hin- und Rückfahrt: im gemieteten Bus/DB

Übernachtung: im Hostel, in 3- oder 4-Bettzimmern

 

Weitere Infos zur Anmeldung:

Eine schnelle Anmeldung lohnt sich, da die TeilnehmerInnenzahl auf 20 begrenzt ist. Die Kosten betragen 50 Euro für POLIS-Mitglieder, und 70 Euro für Nichtmitglieder. Anmeldung bitte bis 01.03.2016 an info@polis-tuebingen.de. Der Betrag muss vor Begin der Reise auf unser Konto überwiesen werden. Weitere Infos dazu nach Anmeldung. Die Kosten decken alle Unkosten außer Verpflegung. Um den Betrag gering zu halten, subventioniert POLIS diese Exkursion großzügig. Über deine Mitgliedschaft freuen wir uns immer ;).

 

Sonstiges:

Diese Exkursion ist eine Privatexkursion. Das bedeutet, dass POLIS im Schadensfall keine Versicherungsleistung anbietet.

Diesen Donnerstag: Politik ist überall mit Jan Sändig über geisteskranke Gotteskrieger in Family Guy

 

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POLIS startet mit einer Veranstaltung in der Reihe “Politik ist Überall” ins neue Jahr: Am Donnerstag den 14.1. um 20 Uhr in 124 wird uns Jan Sändig in die Welt der Kultserie Family Guy mitnehmen und nebenbei Erkenntnisse der Terrorismusforschung präsentieren: “Geisteskranke Gotteskrieger: Islamistischer Terrorismus in Family Guy”. Wie immer ist für Snacks und Getränke gesorgt, ein anschließender Besuch des Cluhausfestes der Fachschaft Politik wird empfohlen.

Mit den besten Wünschen für das neue Jahr

Euer POLIS Team

Ab heute stehen die Bilder der Begrüßungs- und Abschlussfeier 2015 online

POLIS hat zusammen mit Alexander Kobusch, dem “Hausfotographen” des Vereins, wieder hochwertige Bilder von der diesjährigen Begrüßungs- und Abschlussfeier gemacht und online gestellt.

Somit haben alle Absolventen eine tolle Erinnerung an diesen Abend. Wenn Ihr das gut findet, dann liked uns auf Facebook und vielleicht werden Ihr ja auch Mitglied… wir würden uns freuen!

Hier könnt Ihr Mitglied werden: http://www.polis.uni-tuebingen.de/jetzt-mitglied-werden/

Galerie

 

 

Die Bilder gibt es wie immer auf der POLIS-Internetseite.

Exkursion in die Bonner Republik: Retrospektiven

POLIS bietet dieses Semester ein echtes Highlight an: Die POLIS-Exkursion in die ehemalige Hauptstadt bietet einen Einblick in die Bonner Republik und führt Euch zu
geschichtsträchtigen Originalschauplätzen dieser Zeit. Eine schnelle Anmeldung lohnt sich, da die TeilnehmerInnenzahl begrenzt ist.

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Weitere Infos zum Programm:

Dokumentationsstätte Regierungsbunker: eines der größten Geheimnisse der Bonner Republik und ein echtes Relikt des Kalten Kriegs, link

politische Stadtführung: Thema nach Verfügabarkeit und nach Absprache mit den TeilnehmerInnen, bspw. “ehemaliges Regierungsviertel”, “Wege zur Demokratie” oder “Spionage in der Bonner Republik”

Abends: zur freien Verfügung, Bonn bietet eine lebendige Kneipenszene

Kanzlerbungalow: Gebäude mit ultimativem Retro-Charme, link

Haus der Geschichte: Wohl eines der besten Museen zum Thema deutsche Nachkriegsgeschichte, link

Hin- unbd Rückfahrt: im gemieteten Bus

Übernachtung: im Hostel, in 3- oder 4-Bettzimmern

 

Weitere Infos zur Anmeldung:

Eine schnelle Anmeldung lohnt sich, da die TeilnehmerInnenzahl auf 20 begrenzt ist. Die Kosten betragen 50 Euro für POLIS-Mitglieder, und 70 Euro für Nichtmitglieder. Anmeldung bitte bis 30.10.2015 an info@polis-tuebingen.de. Der Betrag muss vor Begin der Reise auf unser Konto überwiesen werden. Weitere Infos dazu nach Anmeldung. Die Kosten decken alle Unkosten außer Verpflegung. Um den Betrag gering zu halten, subventioniert POLIS diese Exkursion großzügig. Über deine Mitgliedschaft freuen wir uns immer ;).

 

Sonstiges:

Diese Exkursion ist eine Privatexkursion. Das bedeutet, dass POLIS im Schadensfall keine Versicherungsleistung anbietet.