Morgen, Mittwoch13. Juli: DudL zum Thema “Merdogan – die deutsch-türkischen Beziehungen mit Zukunft?”

Zum nun schon dritten mal findet nächste Woche wieder die Debatte unter der Linde (DudL) statt.
Seit gut 3 Monaten geistert der ominöse EU-Türkei Deal durch die Medien. Einerseits wird hier von feilschen um Flüchtlinge gesprochen, manche meinen der Deal wäre weitaus besser als sein Ruf und wieder andere meinen die Türkei-Deal würde die EU schlichtweg erpressbar machen und dennoch nichts bringen.
Wir laden euch alle herzlich ein, am Mittwoch dem 13. Juli um 12 Uhr c.t. in Raum 124 des IfPs über „Mer-dogan, die deutsch-türkische Beziehung mit Zukunft?“ zu diskutieren.
Wie immer beginnt das DudL mit einem kurzen Input-Referat um dem Thema einen groben Rahmen zu geben, danach kann jede und jeder mitdiskutieren. Für alle, die mit leerem Magen ihre Gedanken nicht richtig ordnen können, stellt POLIS wieder Kleinigkeiten zu Essen und Trinken bereit, lediglich vegane Brezeln müssen selbst mitgebracht werden.
Am Ende der Debatte wird wieder über das Thema für die nächste Debatte abgestimmt, auch neue, eigene Vorschläge sind herzlich willkommen.
Wir freuen uns über zahlreiche Diskutierfreudige!
DudL Mer-dogan

Großes Interesse an neuem Diskussionsforum DudL

Von Steffen Bittner

Der Raum 124 am IfP schien fast zu Platzen, als am Mittwoch, den 11. Mai 2016 um 12:00 Uhr der Förderverein POLIS e.V. und die Fachschaft Politik in Kooperation mit Herrn Thomas Nielebock zum ersten „Dudl“ (Debatten unter der Linde) einluden. Über 50 Studierende und 6 Lehrende fanden sich zur Auftaktdebatte zusammen, die beim ersten Termin zum Thema „Die AfD – was sie ist und wie mit ihr umgehen?“ stand.

Das DudL verfolgt den Anspruch, Politolog_innen des Instituts zu tagespolitischen Themen ins Gespräch zu bringen. Denn viele Studierende machen die Erfahrung, dass Sie von ihrer Familie, ihren Freund_innen und Bekannten um Stellungnahmen zu aktuellen Ereignissen gefragt werden – was allerdings nicht unbedingt Gegenstand aktueller wissenschaftlicher Lehre an der Universität ist.

Ziel des DudL ist es ferner, den Spagat zwischen TV-Talkshow à la „Anne Will“ oder „Hart aber fair“ und Uni-Veranstaltung mit vorzubereitender Lektüre zu wagen. Dies in einer gemütlichen Atmosphäre zur Mittagszeit. POLIS e.V. stellte dafür Getränke und Snacks zur Verfügung.DSC01090

Zunächst begann Rolf Frankenberger die Runde mit einem kurzen Impuls zum Thema. Er präsentierte dabei empirische Daten zur Wähler_innenstruktur der AfD, deren Binnensoziologie und Historie. Auf dieser Basis wurde anschließend diskutiert. Andreas Kreuser moderierte souverän in dem vollen Seminarraum. Und trotz der großen Teilnehmendenzahl fand eine konstruktive, spannende und fokussierte Debatte statt. Zuerst tauschte man sich über die Frage, was die Alternative für Deutschland ist, aus. Studierende wie Lehrende bezogen sich dabei sowohl auf politikwissenschaftliche Theorien als auch auf Parteiprogramme und Zeitungsartikel. Darauf folgt eine Diskussion über den Umgang mit der neuen Partei.

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Das Veranstaltungsformat stieß auf reges Interesse und wird dementsprechend fortgesetzt. Schließlich konnten die Teilnehmenden Themenvorschläge für das nächste DudL einreichen und darüber abstimmen. Aufgrund des Stimmengleichgewichts zwischen den Themen „TTIP“ und „Zukunft der EU“ wird sich das Vorbereitungsteam, abhängig von der tagespolitischen Relevanz für eines entscheiden und wieder nach einer/m Referent_in für den Impuls suchen.

Das nächste DudL wird am Mittwoch, den 01. Juni 2016 um 12:00 Uhr ct im Raum 124 am IfP stattfinden.

Wer sich dem Vorbereitungsteam anschließen möchte, darf sich gerne bei Sandra Koeke, Andreas Kreuser, Lukas Kasten oder Thomas Nielebock melden.

Neu am IfP: Debatten Unter Der Linde

Polis und die Fachschaft laden herzlich zu der neuen Veranstaltungsreihe “Debatten unter der Linde” ein. Die Idee dabei ist, in offener Atmosphäre zu diskutieren und Politolog_innen zu aktuellen politischen Themen zu Wort kommen zu lassen, für die in Vorlesungen, Seminaren etc. wenig Platz ist.

Die erste Veranstaltung wird am Mittwoch den 11. Mai von 12-14 c.t. im Raum 124 des IfP zum Thema “Die AfD – Was ist sie und wie mit ihr umgehen?” stattfinden. Nach einem kurzen Input-Referat sollen alle Teilnehmenden eine Stunde lang ungezwungen und konstruktiv über das Thema diskutieren können bevor im Anschluss Zeit für einen Mittagssnack ist. Dazu stellt Polis Getränke und Kleinigkeiten zu Essen. Hungrige können sich aber auch gerne noch zusätzlich selbst etwas mitbringen.

Das Thema für die nächste “Debatte unter der Linde” soll dann von den Teilnehmenden selbst bestimmt werden.

Wir freuen uns über zahlreiche Diskutierfreudige!

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Als POLIS Stipendiatin auf der Danube Winter School: Katharina Lenz berichtet

Die Donau verbindet. Junge Forscher lernen und diskutieren Themen rund um den Donauraum

von Katharina Lenz

Die Danube Winter School brachte vom 16.03. bis 21.03.2016 junge Forscher aus 12 Ländern der Donauregion zusammen. Im Rahmen meiner Masterarbeit habe auch ich an dem interdisziplinären Programm in Novi Sad and Andrevlje, Serbien, teilgenommen. Ermöglicht wurde dies auch dank der finanziellen Unterstützung von POLIS. Die Teilnahme an der Danube Winter School war eine großartige Erfahrung und die vielen positiven Eindrücke, Gespräche und Aktivitäten werden für die Fertigstellung meiner Masterarbeit sehr hilfreich sein. Ich möchte im Folgenden daher einige dieser Momente herausgreifen und ihre Bedeutung für die Donauraumstrategie der Europäischen Union (EUSDR) erläutern.

Die Europäische Union (EU) und im Besonderen die Donauregion sind von einer starken Differenzierung und Heterogenität gekennzeichnet. Große Unterschiede sind beispielsweise beim sozialen und ökonomischen Entwicklungsniveau der Mitgliedstaaten, aber auch der Drittstaaten Europas zu sehen. Einen Ansatz, diesen Herausforderungen zu begegnen, stellen die makroregionalen Strategien der EU dar. Makroregionale Strategien wollen diesen Problematiken der verstärkten Differenzierung durch transnationale Zusammenarbeit in Feldern wie Politik und Wirtschaft entgegenwirken. Als zweite makroregionale Strategie wurde die EU-Strategie für den Donauraum ins Leben gerufen, welche durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit eine bessere Koordination der relevanten Akteure, Programme und Aktivitäten auserwählter Themenbereiche fördern soll. Die transnationale Zusammenarbeit findet projektbasiert auf verschiedenen politischen Ebenen statt. Der aktive Wille zur Kooperation, Kommunikation und einer guten und tiefgreifenden Koordinierung sind wichtige Kriterien für den Erfolg der Strategie, um Herausforderungen, wie dem differenzierten sozio-ökonomischen Entwicklungsniveau, begegnen zu können.

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Auf politischer Ebene werden die mangelnde Kooperation zwischen den Staaten der Donauregion und der träge Fortgang der Donauraumstrategie bemängelt. Die Danube Winter School, welche in verschiedenen Workshops und Vorträgen die Herausforderungen sowie Chancen im Donauraum behandelt, stellt dahingehend eine erfolgsversprechende Initiative dar. Organisiert wird die Danube Winter School von einer gemeinnützigen Organisation junger Wissenschaftler aus Serbien, des Danube Area Research Centers, kurz DAReC. Da es sich bei der Danube Winter School um ein interdisziplinäres und interkulturelles Studienprogramm handelt, werde ich drei unterschiedliche Themenbereiche herausgreifen, welche das Kooperationsdilemma im Donauraum meiner Meinung nach treffend aufzeigen. Schließlich ist es ein Ziel der EUSDR, durch Zusammenarbeit in Projekten den Donauraum voranzubringen. Diese, oftmals fehlende, Zusammenarbeit und Kooperation, wird besonders deutlich in den Projektbeschreibungen der Vortragenden und lässt sich nicht aus den Berichten und Dokumenten der Europäischen Union entnehmen. So wird zum Beispiel klar, wie wichtig der Austausch mit den Akteuren der Donauregion ist.

Beim Besuch der Fakultät für technische Wissenschaften der Universität Novi Sad, wurden die Abwassereinleitung in die Donau sowie deren Wasserqualität in Serbien erläutert. Hierbei wurde klar, dass es in vielen Teilen des Donaubeckens kein Abwassermanagement gibt und Schwermetalle, wie Blei und Eisen direkt in die Donau geleitet werden. Zudem liegen keine Beschränkungen für Chemikalien oder chemische Elemente, wie Phosphor in den Gewässern vor. Wenn Fabriken diese mit ihren Abwässern ableiten, können sie auch in Oberflächengewässer gelangen und ernstzunehmende gesundheitliche und umwelttechnische Auswirkungen haben. Dies ist besonders bedenklich, da die Donau im Sommer auch zum Schwimmen genutzt wird. Hinsichtlich der Oberflächengewässer und des Abwassers existieren weder national noch grenzüberschreitende Stichprobenuntersuchungen. Die Messungen werden lediglich regional durchgeführt und dokumentiert. Somit haben andere Akteure des Abwassermanagements der Donau keinen Zugriff auf diese Daten. Eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Form einer einheitlichen Datenbank der Abwasseruntersuchungen wäre jedoch äußerst sinnvoll, um die Verschmutzung der Donau zu verringern und die Wasserqualität zu erhalten. Die Donauraumstrategie könnte dieser Problematik mit Projekten in der gesamten Region begegnen.

Das Jahr 2016 wurde in Serbien zum ‚Jahr des Unternehmertums‘ (Year of Entrepreneurship) erklärt. Vor diesem Hintergrund hielt Marija Prokopić von der Nichtregierungsorganisation Biznisnova einen interessanten Vortrag zum Unternehmertum von Frauen in der Donauregion. In Serbien besitzen unterdurchschnittlich wenige Frauen eigene Geschäftseinheiten. Die von Frauen vorwiegend geleiteten Kleinstunternehmen konzentrieren sich hierbei auf den lokalen Markt und das Einstiegsalter für Unternehmerinnen liegt bei 42 Jahren. Frauen starten ihre Unternehmen demnach aus wirtschaftlicher Notwendigkeit, wobei sie auch stark von der Unterstützung durch die Familie abhängig sind. Auch hier zeigt sich die Notwendigkeit zur projektbasierten Zusammenarbeit in der Donauregion. Durch einen größeren Austausch im Bereich informeller Bildung unter den Donaustaaten, kann das Unternehmertum von Frauen, welches einen wichtigen Faktor des wirtschaftlichen Wachstums darstellt, gefördert werden.

Eine große Herausforderung des Donauraums stellt die Migration beziehungsweise die Fachkräfteabwanderung (Brain Drain) dar. In seinem Vortrag ging Prof. Dr. Savić von der Universität Novi Sad auch auf die demographischen Strukturen des Donauraums und das Problem der geringen Bevölkerungsdichte in vielen Staaten der Region ein. Das Problem der Regionalentwicklung zeigt sich vor allem in den mittel- und osteuropäischen Staaten der Donauregion, wo eine hohe Bevölkerungskonzentration auf die Städte vorliegt. Ziel der Donauraumstrategie ist es daher auch den Aufbau zivilgesellschaftlicher und eigenständiger Entwicklungen zu fördern, auch wenn dies im Zwiespalt von wirtschaftlichen und politischen Interessen reicherer Donauländer steht. Mein Eindruck ist allerdings, dass das Problem der Fachkräfteabwanderung grenzübergreifend kaum angegangen wird.

Die Beispiele zeigen, dass im gesamten Donauraum eine bessere Koordination der Akteure und eine tiefere Kooperation zwischen den Staaten der Donauregion dringend notwendig sind, um den Herausforderungen, wie dem differenzierten sozio-ökonomischen Entwicklungsniveau, begegnen zu können. Natürlich stellt sich auch die Frage, inwiefern die EU-Strategie für den Donauraum überhaupt diesen Problemen gerecht werden kann. Im Gespräch mit Projektverantwortlichen bei der Danube Winter School wurde jedoch klar, dass es bereits einige erfolgsversprechende Initiativen in Form von transnationalen Projekten in der EUSDR existieren. Diese befassen sich beispielsweise mit institutionalisierten Wissenssystemen, welche den Austausch von Experten und Forschern fördern.

Für mich war es eine großartige Erfahrung mit anderen jungen Forschenden aus den verschiedensten Schwerpunkten des Donauraums zusammenzukommen und zu diskutieren. Gerade die Gespräche mit Projektverantwortlichen werden für die Fertigstellung meiner Masterarbeit sehr hilfreich sein, da sie die Notwendigkeit der Kooperation messbar machen. Durch die Ausarbeitung eines gemeinsamen Projektes, welches wir auch in die Donauraumstrategie einbringen wollen, werden wir uns auch in Zukunft mit der Donauregion und deren Herausforderungen befassen. Ich freue mich bereits auf die Danube Summer School 2016 – vielleicht trifft man sich ja dann Ende September in Ulm!